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Archive for April 2012

Must Read- Von mir kommentiert: 

Individuelles Lernen – Zauberformel und Beschwörungsfetisch

Vom Pisaversteher als Input für die Lernkulturtage im Dresdner Hygienemuseum vom 02.-05. 05. 2012

…, oder noch besser: Hinfahren und Mitdiskutieren:

http://www.lernkulturtage.de/cms/front_content.php?idart=59

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Der Osterblog 2012:

Der Karfreitag 2012 wird mir vor allem aufgrund eines Wortes im Gedächtnis bleiben. Mir als bewegungsfreudigem Menschen sprang überall das Wort „ Tanzverbot“ ins Auge.  Was sollte das denn sein?  Wie schön, dass mein Iphone auf der Autobahnfahrt meinen Bildungshunger stillen kann.  Am „stillen Feiertag“ ist das Tanzen für jedermann und für Piraten juristisch verboten denn:

„Eine Art Massenpantomime sei mit dem Gedenken an den Tod Jesu nicht vereinbar und trage dem Ernst des Feiertages nicht in der gebotenen Weise Rechnung, hatte schon das Verwaltungsgericht zum Verbot der geplanten Tanzeinlage erklärt. Tanzen, wenn auch ohne für Dritte hörbare Musik über Kopfhörer, betone den Unterhaltungswert von Bewegungen.“  Aus: http://bit.ly/Hm2mTT

Wie auch immer man zu diesem Verbot steht, ob es im christlichen Abendland kulturell verankert und begründet schützenswert ist, ob es das Recht auf Selbstbestimmung einschränkt , lohnt sich doch der Blick auf das Phänomen Tanz, welches hier zum Gegenstand der Debatte wurde.

Innerhalb der christlichen Liturgie war Tanz jahrhundertelang ein Tabuthema. Einige christliche Richtungen lassen Tanz heute innerhalb ihrer Gottesdienste zu und ernten Kritik, da die Präsentation von Tänzen nicht zur Contemplation führe- Beifall statt göttlichen Beistand. Tanzen entwickelte sich parallel zum Spiel aus kultisch-rituellen Handlungen, in der Frühzeit des Menschen tauchte der Tanz als magische Beschwörung einer nicht verstehbaren Umwelt auf, in der griechischen Kultur galten Tänze als Ertüchtigung und Förderung zur Anmut und Schönheit, in der Neuzeit förderten sie Gemeinschaft und persönlichen Ausdruck. Was ist das jetzt mit dem Tanz der Piraten?  Tanz als Re-Kult-ivierung?

Die Frage ist doch heute, ob ich tanzen möchte, weil ich tanzen möchte, oder ob ich tanzen möchte, weil ich nicht tanzen darf.  Ist es eine Protest-Bewegung, wenn ich mich ohne für Dritte hörbare Musik auf öffentlichen Plätzen gemeinsam bewege.  Auf jeden Fall ist das eine Performance, die zeigt, an welchen gesellschaftlichen Grenzübergängen wir uns befinden.  Der Tanz als Stein des Anstoßes.  Oder als der Stein, der Prozesse ins Rollen bringt? Tanzen kann befreiend sein, es kann meine persönlichen Gefühle ausdrücken, es kann mich zu mir selbst führen, weil ich mich fühle. E-Motion sagt schon das Wort: Gefühl aus der Bewegung heraus.  Warum also ein Tanzverbot? Was könnte passieren?

Ich frage mich, was der christliche Religionsstifter Jesus, der Wasser zu Wein transformierte anlässlich einer Feierlichkeit, wohl jetzt zu uns Menschen im Abendland spräche.  Laut biblischer Quelle führte er doch einen Perspektivwechsel ein,  weg vom Kontrollieren des Mitmenschen „ Gott sei Dank, dass ich nicht so bin wie dieser da!“  zur Eigenverantwortung.  Das spektakuläre Neugebot hieße dann: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.  Bedeutete dies nicht hinsichtlich des Tanzverbotes:  Tanzen und Stille müssten vereinbar sein?  Können nicht Menschen in Stille ihrer inneren Überzeugung und Religiosität nachgehen, während andere tanzen? Sehr interessant ist es auch, weil gerade das Osterfest außerliturgisch heidnische Bräuche integriert hat. So hat sich das Ei als Symbol für den Neuanfang absolut durchgesetzt. Ich bin sehr gespannt auf den weiteren Verlauf dieses Eiertanzes.

Lange Autofahrten zu Familienbesuchen ermöglichten mir die genauere Lektüre des Buches „Positive Pädagogik“ von Olaf-Axel Burow.  Es ist nur zu empfehlen, denn es fasst zusammen, was es an pädagogischen Erkenntnissen über das gelingende Lernen, glücklich machende Strukturen, Potentialentwicklung, Gesundheitsförderung, Kraft sozialer Netzwerke, das Auffinden individueller Begabung, Herausforderungen durch Freiräume und Prozessorientierung gibt.  Man könnte ständig nur Ausrufezeichen an den Buchrand notieren, da Herr Burow versteht, das Wesentliche in jedem Kapitel auf den Punkt zu bringen. Ich frage mich, warum trotz dieser empirisch fundierten  Erkenntnisse in Bildungsinstitutionen noch so rumgeeiert und selten berücksichtigt wird, was Menschen wirklich zur Entwicklung brauchen.  Aus einer kreativen Laune heraus habe ich die wichtigsten Schlagwörter, die mit Geschichten und Inhalt präsentiert werden in eine österliche Form gebracht. Ich wünsche allen ein frohes Ostern 2012 und einen Neuanfang mit Positiver Pädagogik:

 

 

 

A                         N N

A   H           M                     E

 

A                      U            T          H        E          N           T    I             Z

I       T                  Ä                         T

 

A                        U                      S                      Z                        E                  I C H                        N                        U N                                                          G

 

A            R                                B  E I                                                                 T

 

A           U                     S   DR                                           U                          CK

 

 

A   K   T            I       V

 

 

ACHTSAMKEIT

ANERKENNUNG BEWUSST

BEDEUTSAMKEIT BERUFUNG

BEGEISTERN BERATEN BIOGRAFIE

BILDEN CHANCENGERECHTIGKEIT CHAOS

DIALOG DENKEN DIFFERENZIERT DEMOKRATIE

DOKUMENTATION DIGITALISIERUNG EMOTIONEN

EMPATHIE ERMUTIGUNG ERFOLG ENTSCHEIDUNG

ENTWICKLUNG ERMÖGLICHEN FREIRAUM FÖRDERN

FREUDE FRAGEN FACHLICHKEIT FREIZEIT FORTSCHRITTE

FELD GLÜCK GESUNDHEIT GERECHTIGKEIT GEMEINSCHAFT

GESTALT GRUPPE GABE GEHIRNGERECHT GLAUBWÜRDIG

HERAUSFORDERUNG HILFE HUMOR IDEE INDIVIDUALITÄT

INTERAKTION INKLUSION INFORMATION INFORMELL

IMPROVISATION JEDER KREATIVITÄT KOMPETENZEN

KONTAKT KOHÄRENZ KOLLEGIALITÄT KONSTRUKTIV

KONKRETION KONFLIKTFÄHIG KOOPERATION

KRAFT KOLLABORATION LIEBE LERNFREUDE

LEADERSHIP LEISTUNG LEIDENSCHAFT

MOTIVATION METHODENVIELFALT

MUT MEDIEN MÖGLICHKEIT

NACHHALTIGKEIT NETZWERK NEIGUNG OFFENHEIT OPEN MIND

ORGANISATIONSENTWICKLUNG POTENTIALENTWICKLUNG

PERSPEKTIVWECHSEL PROZESSE PROJEKTE PRODUKTE

QUALIFIZIERUNG QUALITÄT RESPEKT RESSOURCEN

RAUM SINNVOLL SOZIAL SELBSTWIRKSAM

SALUTOGENESE SYNERGIEEFFEKTE SPIEL

STRUKTUR TEILHABE TEAM TALENT

UNTERRICHTSENTWICKLUNG

ÜBUNG VERTRAUEN UND

VERSTÄNDNIS VISION

WERTSCHÄTZUNG

ZUMUTEN ZEIT

 

Das ist keine Utopie!

Dies alles ist möglich und wird gelebt. Es macht Hoffnung, dass die o.g. Begriffe mit Leben gefüllt sind, nicht nur mehr vereinzelt in Leuchtturmschulen, sondern überall im Kleinen, durch achtsame Pädagoginnen und Pädagogen in ihren eigenen Räumen, die sie nach diesen Prinzipien gestalten, durch kluge Schulleiterinnen und Schulleiter, die das Prinzip des Leaderships anwenden und dadurch hochmotivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen, die sich für die Potentialentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler engagieren und Schule so zu einem Ort des Glücks gestalten.

Wem das zu Ostern 2012 zu sehr nach Eierlikör schmeckt, darf gern einmal versuchen das andere ABC der „Lernbehinderung“ zu schreiben, welches auch in Schule zu finden ist. Mir verging bei „D“ die Lust und ich wollte meine Endorphine nach der Lektüre des Buches nicht gegen Adrenalin tauschen.  Das Buch macht Mut, anzufangen, weiterzumachen, Gleichgesinnte zu finden und  sich gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft zu engagieren.

Also: Tanzt!

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