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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Am 21.12. 2016 durfte ich mit Prof. Dr. Gerald Hüther bei NDR Info Redezeit als Experten zum Thema „Verlernen wir das Spielen“ mit ZuhörerInnen diskutieren. Es war eine spannende Erfahrung das Medium Radio aus dieser Perspektive zu erleben.  Den Impuls zu dieser Sendung gab das im Herbst erschienene Buch “ Rettet das Spiel“ von Gerald Hüther und Christoph Quarch

Das Phänomen Spiel ist so facettenreich, daher ist es interessant gewesen zu hören, was bei dem Begriff sofort assoziiert wird. Gerald Hüther beschrieb es im späteren Teil der Sendung in etwa so: Viele Menschen meinen, dass Spiel eine Sache bedeuten würde. Ein Ding wie ein Brettspiel oder ein Ball, etwas das man kaufen muss.

Aber das wirklich spielerische Erleben kann man eben gerade nicht kaufen. Leider denken manche Menschen, dass man es verkaufen kann und beuten damit die Leichtigkeit und Schönheit des Spiels aus- und die Menschen, die ihre Bedürfnisse auf diese Weise zu befriedigen versuchen.

Liebes Spiel 🙂 – bitte bleib so wie du bist. In uns und um uns herum.Mach die Welt weiterhin schöner, besser ,wahrer .  Zeig doch den Menschen, wie schön es ist sich glücklich zu fühlen und wie wenig du eigentlich brauchst, damit du ganz da sein kannst. Du schenkst uns lebendige Zeit. Du gibst uns Raum für das Wesentliche- Freiheit und Verbundenheit, Gestaltungskraft.  Durch deinen Zauber können wir uns selbst überraschen, mit dem, was in uns steckt.  Du freust dich an unserem Ausprobieren und brauchst kein Ergebnis. Du lässt geschehen.  Ohne Druck, ohne Zwang, ohne Zweck. Einfach so.Weißt du überhaupt, wie gut du uns tust? Wenn wir dich retten- retten wir das Menschliche in uns.

Ich rette dich. Versprochen.

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Chinesische Delegation

Das Leben ist spannend.

Überall auf der Welt machen sich Menschen mit Bewusstheit für die Natur- und Umwelt auf, den leider schon reichlich abgelutschten Begriff der Nachhaltigen Entwicklung mit Leben zu füllen.

So auch in China.

Herr Wang vom Feifeitu Institut der Universität Peking/ Erfurt nahm Kontakt zum Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten auf.  Durch meine Freundin und Kollegin die Vorsitzende Ute Schulte Ostermann erfuhr er auch vom Konzept unserer  NaturSpielpädagogik am Institut für Weiterbildung der FH- Kiel.  Und schon war er begeistert vom Spiel in und mit der Natur als Erwachsenenbildung.  Aus erstem Interesse wurden Ideen, aus Ideen Wirklichkeit.

Und so kam es, dass ich vor zwei Wochen eine chinesische Delegation aus Kita-Leitungen und FrühpädagogInnen im Waldschulheim Glücksburg begrüßen  durfte und am nächsten Tag im Naturerlebnisraum Kollhorst mit Menschen in Resonanz ging, deren Sprache und Schrift mir völlig fremd ist.

Einen Vortrag zu halten mit einer Präsentation, die in chinesischen Schriftzeichen für die Delegation gut zu lesen ist, war für mich eine interessante Erfahrung. Und der praktische Teil unsres Workshops, der draußen im blühenden Garten stattfand, hat mich wieder einmal von den archetypischen Kräften des Spiels überzeugt.

Ich habe schon oft mit mir völlig fremden Menschen gespielt, gehandwerkt, getanzt und gelacht in unseren vielen Seminaren. Aber diesmal war es besonders. Da war die Sprachbarriere- die durch Simultanübersetzungen von Herrn Wang und Li Ping, einer Studentin der NaturSpielpädagogik für Ansagen an die Gruppe zum Glück gut abgepuffert werden konnte- aber von Mensch zu Mensch zu sprechen war ein Erlebnis. Es wirken dann andere „sprachliche“ Parameter wie Körperhaltung, Augenkontakt, Berührungen intensiver. Mit Händen und Füßen gesprochen hatte es dann auch Hand und Fuß.  Nach zwei Tagen verabschiedeten wir uns mit Umarmungen, die fest waren und von gemeinsamen Erfahrungen in der Natur und miteinander zeugten. Das macht Mut – trotz aller Nachrichten in dieser Zeit, in der das Andere, das Fremde mißtrauisch beäugt wird- sich zu besinnen, in Kontakt zu gehen, im Kontakt zu bleiben. Wir haben in der gemeinsamen Zeit festgestellt, dass wir alle die Natur brauchen und dringend etwas für sie tun müssen, damit wir alle eine Zukunft auf diesem Planeten haben.

Die chinesischen PädagogInnen schauten viele Natur- und Waldkindergärten  in Schleswig-Holstein an, besuchten eine Freie Naturschule in Niedersachsen und waren erstaunt und begeistert vom Lernort Natur. Und nun ist es an mir und Ute zu schauen, was für Möglichkeiten für die NaturSpielpädagogik in China liegen. Ute reist in drei Wochen und für mich heißt es im Januar dann Ni Hao!

Fazit der Delegation :

Was gibt es Schöneres, als Kindern unsere Natur in der Natur nahezu bringen, sie spielerisch zu entdecken, damit konkrete Erfahrungen zu machen, darüber Wissen zu erfahren und somit zu lernen, wie wir unsere Welt gestalten wollen und können ?

In Deutschland, in China und Anderswo … ?

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„Hallo?“

„Ja?“

„Ist das Ihr Schlüssel?“

„Nein.“

„Ach, schade!“

„Wieso?“

„Ich dachte schon, sie könnten mir die Inklusion aufschließen.“

Ja, ich hab noch Lust auf Inklusion. Aber irgendwie gibt sie mir Rätsel auf. Also, damit meine ich die schulische Inklusionsbewegung. Bevor sie da war, hatte ich ein anderes Bild von ihr. Ich stellte sie mir als etwas vor, was irgendwie mehr mit den bunten Pünktchen in diesem Kreis zu tun hat. Der Kreis sieht so verdammt fröhlich aus. Vielleicht hab ich nicht genau hingesehen. Ich lebe Inklusion ja nicht in der Vogelperspektive, sondern stecke mittendrin.

Wenn ich mich hier so umschaue zwischen den anderen Punkten, stimmt aber etwas nicht.  Vorher, also bei der Integration, da waren immerhin noch Linien. Das hatte etwas Klares, Ehrliches- jetzt ist soviel Weißes um mich herum  mit Wattebauschfrieden.

Eine Kollegin von mir sagte letztens: „Ich bin nur noch irgendjemand, der irgendwas irgendwie irgendwo tut!“  Ich weiß jetzt auch wie der Wattebausch heißt. Habe ich auf einer Tagung zur Inklusion gehört. Man nennt das sonderpädagogische Entprofessionalisierung. Berufliche Veränderungsprozesse ohne Teilhabe an Entscheidungen sind mit ihren Belastungen wirklich nicht so einfach zu bewältigen- auch, wenn eine Freundin eine Karte schenkt mit dem Aufdruck

“ Heulst du noch- oder hilfst du schon?“

HeulstHelferberuf Sonderpädagogin. Es fällt etwas schwer immer noch die Expertin für etwas zu sein, was es eigentlich gar nicht mehr so gibt, weil die Inklusion die Linien wegwischt und ich im Irgendwo stehe. Also bin ich jetzt eine NichtmehrExpertin in der NochnichtInklusion?

Ich hatte mir vorgestellt, wenn wir Inklusion haben, dann bedeutet keine Linien mehr zu haben Kindern noch besser Lernen zu ermöglichen und, weil keine Linien mehr zwischen den Punkten sind, mehr Dialoge und gemeinsame Angebote für alle. Und ich dachte, ich wäre auch drin, mit allen Kindern, egal, ob sonderpädagogischer Förderbedarf oder nicht. Weil ja keine Linien mehr da sind zwischen den bunten Punkten. Weil mehrere LehrerInnen im gleichen Raum sind mit allen SchülerInnen. Weil auch die Räume und Materialien bunt sind für die Vielfalt der Menschen.

Ich hoffe dennoch auf das Weiße zwischen den Punkten.  Dass der Wattebauschnebel sich lichtet. Dass wir nicht mehr Sonder-PädagogInnen und Regel-SchullehrerInnen sind, sondern zusammen besonders achtsame PädagogInnen. Hier liegt das Land der Möglichkeiten im Zwischenraum. Noch stolpern wir tastend herum um Altes zu verabschieden und Neues zu begreifen. Doch zwischen Tür und Angel kann ich mit KollegInnen neue Farben mischen. Für Räume reicht´s mitnichten.

Ach, schau her,  hier ist ja auch mein Inklusionsschlüssel.  Kein Wunder, dass ich ihn nicht gleich gefunden habe, er liegt ja zwischen 1,3 und 1,8 h  pro Kind.

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Dieses Jahr war das Jahr des Wunders im Circus Claudini. IMG_3175

Das Wetter war perfekt.  Das traumhafte Team war vollständig.  Alle Kinder waren gesund.

Der Wind war lau.  Der Regen war im Urlaub.

Eine neue digitale Licht- und Soundanlage, von der Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung ausgeliehen, ließ uns erst zittern und funktionierte dann sehr freundlich.

Ich war im Flow.

Circus Claudini.  Einige Tage in meinem Lehrerinnenleben wache ich morgens in einem Zirkuszelt auf. Alles nur, weil eine Freundin, die einen Jugendtreff leitete, mich vor 15 Jahren bat, sie bei einem Wochenend-Projekt  für 4. Klässler zur Sucht- und Gewaltprävention zu unterstützen, „Du kannst das, dir fällt schon was ein“.  Ich bin hängengeblieben. An den Möglichkeiten, an den Zwischenräumen, die sich bieten. Inzwischen gibt es den Circus Claudini seit 6 Jahren an meiner Schule. Ich habe ihn von meiner Freundin übernommen. Zirkus ist Kulturelle Bildung. Zirkus ist lebendig. Und ich schlafe im Wohnwagen mit einer Kollegin, um das Zelt zu bewachen. Lebens-und Lernort Schule.

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Ein Mann im ZirkusT-Shirt schmückt die Masten mit Wimpeln

Ich bin begeistert von der Gestaltung einer fiktiven Wirklichkeit, die dann für die Kinder und uns unsere Wirklichkeit wird, die wir mit unseren Zuschauern teilen.

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Ein Ablaufplan hängt im Deckel einer großen Requisitenliste.

Regenwurmakrobatik habe ich vorher noch nie gesehen, doch dadurch, dass wir unsere Schüler befragen, was sie sich vorstellen können, kommen völlig neue Ideen und Konzepte, die wir ermöglichen.

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Kinder des Circus tanzen spontan in der Manege.

Man kann unseren Kindern in aufwändigen Kostümen und geschminkt, keinen Punkt auf die Stirn kleben, wer beeinträchtigt ist und wer nicht. Das war schon immer ein inklusives Element des Circus Claudini. Diesmal hat mich eine Situation besonders berührt: als alle Kinder vor der Premiere in ihrer Startbekleidung ins Zelt gerufen wurden, probierte die Technik gerade alle Lieder durch, bei „Shine bright like a diamond“ haben dann alle Artisten spontan die Manege gestürmt und die Choreographie der Tanzgruppe gezeigt.  Alle tanzten, alle lachten und sangen. Kein Pädagoge hat das motivieren müssen. Unbewusst haben die Kinder uns gezeigt, was wir uns für sie wünschten: Sei mutig! Leuchte!

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Viele Menschen stehen um eine schwere, bunte Zeltplane, um sie einzurollen.

Und dann das Wunder der Inklusion im Gemeinwesen. Wenn am Montag um 7.30 h die ersten Männer mit ALG II vor dem Schultor von einem Bein aufs andere treten , dann weiß man: Zeltaufbau ist heute.  Und wenn dieselben Männer am Samstag um 7.30 h dort wieder stehen, dann ist es Zeit, den Abbau zu beginnen.  Sie kommen freiwillig. Manche schon seit mehreren Jahren. Ein Teil vom Ganzen. Inklusion ist, wenn meine Schulleiterin beim Abbau neben diesen Männern das Zeltdach einrollt, weil das jetzt Sinn macht. Weil jeder hier wichtig ist.

Inklusion ist für mich auch, wenn das ganze Kollegium auf einmal anfängt circensische Disziplinen zu üben, um unserer Schulleiterin eine Zirkusvorstellung zu geben, da sie in den Ruhestand geht.  Vor 70 Gästen haben wir jongliert, Akrobatik gezeigt, sind Kugel gelaufen und Clowns gewesen.  Nichts war albern- Niveau inklusive.

Ich bin verwundert. Und doch nicht. Wie schafft es diese Manege alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft im gemeinsamen Ziel einer Produktion zu vereinen?

Was hier gelingt, wünschte ich mir häufiger für den schulischen Alltag. Inklusion!

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Viele Pinsel mit bunten Farben liegen bereit zum Schminken: Vielfalt

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Der Titel ist Programm. Auch, dass der Kongress schon ausgebucht ist, zeigt die Brisanz dieser Gesellschaftsaufgabe.

Die Kurzbeschreibungen der Workshops und Foren regnen Hoffnung auf mein dürres Inklusionsfeld.

Ich bin gespannt auf die Saat, denn das Inklusions-Who-is-Who ist vor Ort.

Es werden Modelle vorgestellt und Best Practise präsentiert, die zeigt, dass gelingende Inklusion  schon stattfindet. Wo man neue Wege gegangen ist, im Herzen und im Kopf,  im Kollegium und im Gebäude.  Die Texte zeugen von sonderpädagogischer Expertise, die mit gefülltem Rucksack im Schulartendschungel unterwegs ist und trotz der oft haarsträubenden Aufgaben noch selbstbewusst sagt: „Ich hätt‘ da eine Idee …!“

2012_Weimar_Kurzbeschreibungen

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Der Verein  mixed pickles e.V. aus Lübeck hat meiner Ansicht nach einen Preis verdient. Vielleicht weniger  die goldene Inklusionsnadel als eher die Gewissheit ihre hervorragende Arbeit im Schnittfeld Inklusion und Gender ohne Sorgen um die Finanzierung von morgen und übermorgen zu tun.

Ich habe die Mitarbeiterinnen in einem gemeinsamen Projekt zur Inklusion kennengelernt und kann nur sagen, absolut authentisch. Professionell, Kreativ, Partizipativ, Empowernd!

Ich möchte hier auf einige Materialien hinweisen, die in unserer schnellen Welt  zur richtigen Zeit hilfreich sein können:

1. An alles gedacht?

Ein kleiner Leitfaden für die Planung und Durchführung von barrierefreien Sitzungen und Veranstaltungen

Eine Checkliste an die Pinwand zu hängen und mit den Rubriken Einladung, Räume, Assistenz, Struktur, ReferentInnen und Essen sehr breit

2. Überlegt handeln im Umgamg mit sexueller Gewalt

Ein Leitfaden für Fachkräfte in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung,

Hrsg. mixed pickles e.V., Lebenshilfe LV S-H e.V., Notruf Kiel,  Präventionsbüro PETZE

Ein  übersichtlicher Leitfaden mit einer kurzen Einführung in die Thematik und 11 Schritten, der in jeder Einrichtung ans White-board gehört und in einer ersten Konfrontation mit diesem Thema Sicherheit geben kann.

Weitere lebensnahe, zumeist in leichter Sprache  und immer in Partizipation mit Expertinnen erstellte Materialien findet Ihr unter: http://www.mixedpickles-ev.de

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Inklusion-

dieses Wort für das Anerkennen der Würde jedes einzelnen Menschen und die barrierefreie Möglichkeit ihm überall zu begegnen, entwickelt sich mancherorts zum Reizklang, auf den mit pawlowschem Reflex  Augenverdrehen folgt.

Warum?

Weil es eben nicht reicht nur Bordsteine abzusenken.

Weil die Barrieren eben noch noch Barrikaden sind.

Weil die Fremdheit Verunsicherung auslöst.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter gab nach ihrer Arbeitstagung im November 2012 ein Schreiben  heraus,  welches Orientierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit geben soll.

113_Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit

Es „geht um alltagstaugliche und praxisnahe Zugänge; es geht darum Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen mehr als bisher die besonderen Potentiale der Kinder- und Jugendarbeit zu erschließen, sie aktiv zu beteiligen und mit ihnen an ihren Interessen orientierte, selbstbestimmte Angebote zu gestalten.“

Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist im Prinzip gut auf die Inklusion vorbereitet, hat sie doch in ihrer Struktur nichts Separierendes vorgesehen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, der Umgang mit Vielfalt, das Herantasten an Fremdes in einem Freiraum, der zur Selbstgestaltung und Eigenverantwortung aufruft, ist Programm.

Ich verstehe das Schreiben als einen Appell, die Stärken dieses Felds noch deutlicher zu nutzen und Möglichkeiten kultureller Bildung zu schaffen, damit Inklusion in der nächsten Generation selbstverständlich ist.

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